150 Jahr-Feier der Schützengesellschaft Inwil

gewidmet von Edy Muri, Ehrenpräsident

Geleitwort:
Wenn eine Schützengesellschaft 150 Jahre alt wir und in Ihren Bestand bis zum heutigen Tag durch junges Blut ständig erneuert und gefestigt hat, so mag das gewiss ein begründeter Anlass sein, Rückschau zu Halten. Mitverantwortlich darf die Gemeinde erwähnt werden, die mit der Jubilarin in enger Beziehung steht.

Mit der Entwicklung der Schiesswaffen haben früher der Kanton mit der eigenen, militärischen Hoheit und später der Bund angeordnet, die Wehrhaftigkeit der militärischen eingeteilten Bevölkerung zu fördern. Die Pflichtigen hatten sich in der Treffsicherheit zu üben. Die Gemeinden hatten überdies die obrigkeitliche Aufgabe, für die Erfüllung des Obligatoriums besorgt zu sein und alle damit verbundenen Kosten zu übernehmen. Dies Auflage war verbunden mit der Einrichtung der Schiessplätze, der Bereitstellung der Waffen und Munition und nicht zuletzt mit der Pflicht, für einwandfreie Aufsicht besorgt zu sein.

Die damaligen Gemeindeoberhäupter wählten darum eine Kommission für die Erfüllung dieses Mandates. Aus der Vereinigung einer Anzahl Schützen zu einer Schiesskommission ist die heutige Schützengesellschaft entstanden, die seit Jahren mit ihrem Vorstand an der Spitze als Sektion mit eigener Manier geführt wird. Kameradschaft und Wille zur Selbstständigkeit bildeten eh und je die Grundlagen, denen wir den guten Namen unserer Gesellschaft verdanken. Ungeachtet der auch heute gültigen Militärordnung, wonach die Gemeinde für die Instandstellung eines Scheibenstandes immer noch verantwortlich ist, erfordert die Tradition nach wie vor eine Loyale Zusammenarbeit.

Es bleibt der Wunsch, dass die Feldschützengesellschaft Inwil währen weiterer Jahrzehnte im gleichen Sinn, mit der gleichen Sorgfalt und steter Kameradschaft fortgeführt werde.

Der nachfolgende Bericht über 150 Jahre Schützengesellschaft Inwil verbunden mit Begleit-Informationen über das Schiesswesen, bildet ein Stück Lokalgeschichte und verdient Beachtung.

Aus Protokollbüchern ist zu entnehmen, dass im Kanton Luzern nachgewiesenermassen bereits im Jahre 1424 mit Pfeil und Armbrust geschossen wurde. Schon recht bald wurden Nachbarliche Beziehungen zur Pflege des Armbrust-Schiessens aufgenommen. So hat Sursee, übrigens heute ohne Schiessstand, im Jahre 1452 bereits ein Schützenfest organisiert.

Wussten Sie, dass, die erste Abrüstungskonferenz im Jahre 1139 stattfand. Dabei beschlossen die Teilnehmer, die Armbrust, die als mörderisch empfunden wurde, weder weiter herzustellen noch zu gebrauchen.

Allmählich wuchs in weiten Kreisen das Interesse an diesem Sport, so auch in Inwil, das 1643 über ein eigenes Schützenhaus verfügt und in einem veranstalteten Schiessen von den Schützen aus Buchrain besucht wurde. Kurze Zeit danach, anno 1648 wird den Schiessgesellen aus Root einen Platz für die Errichtung eines Schützenhauses geschenkt. So hat das Schiessen sukzessive Fuss gefasst und sich mit der weiteren Entwicklung der Waffen Schritt für Schritt entfaltet.

Die Erfindung des Schiesspulvers brachte auch die Anfertigung von Schiessgewehren mit sich. Diese Feuerwaffen waren anfänglich kompliziert, schwerfällig und auch nicht ungefährlich. Wenn es auch immer wieder eines Krieges für die markantesten, technischen Verbesserungen an Waffen bedurfte, so führte doch ein recht weiter Weg über Vorderlader, Stand- und Feldstutzern, Steinschlossgewehr, Vetterli Repetierter bis zum heute noch gebrauchten Langgewehr (Fischrute) und ganz besonders 11er und 31er Karabinern, die, nunmehr weitgehend mit Dioptern ausgerüstet, zu enormen Resultatsteigerungen führten.

Die heute begehrten Karabiner wurden vor Jahren durch das Sturmgewehr abgelöst. Schon werden im bereits laufenden Versuchen neue, leichtere Modelle ins Auge gefasst. Eine absolute Perfektion in der Entwicklung von Zivil- und Matchwaffen zeigen die heute geschossenen Resultate, die die Schweizer Schützen wieder an die Internationale Spitze geführt haben, nachdem sie während einiger Jahre die Weltmeistertitel vorwiegend an den Oststaaten und den Amerikaner überlassen mussten.

Aus bescheidenen Anfängen zur angesehenen Schützengesellschaft

Ohne Anspruch auf absolute Vollständigkeit wird in nachfolgenden Aufzeichnungen versucht, Hoch und Tief in der bewegten Entwicklung der Feldschützengesellschaft Inwil in den Wichtigsten Phasen festzuhalten.

Obwohl 1832 als Geburtsjahr feststeht, konnte nirgends ein direktes Gründungsprotokoll gefunden werden. Erst ab 1838, nach der Herausgabe der kantonalen Schützenverordnung wurde ein Protokollbuch geführt. Damals reichte die Schützengesellschaft Inwil ihr Reglement der Militätkommisison ein, welche es zur Genehmigung an den Schultheiss des kleinen Rates des Kantons Luzern zuführte. Als Unterzeichnung erfolgte in Vertretung durch die Herren Amrhein als Statthalter und Meier als Staatsschreiber.

Dem Zweckparagraph ist folgender Wortlaut zu entnehmen:

Von nun an soll die Gemeinde zur Wahrung und Förderung Ächter Vaterlandsliebe und zur Erlernung der Schiesskunst eine Schützengesellschaft bestehen. In diese Gesellschaft findet jeder Gemeinde-, Kantons- und Schweizerbürger welchen eignen Rechtens und mit keiner entehrenden Strafe belegt ist freundlich Aufnahme, hat sich aber hierfür beim Präsidenten des Schützenrates zu melden. Weiter bestimmt das Reglement, dass jährlich ein Ausschiessen mit einem feierlichen Gottesdienst beginnen soll.

Die Gesellschaft hat sich in der ersten Entwicklungsphase schwergetan. So wurde 1841 der Bau eines Schützenhauses wohl beraten, aber erst 9 Jahre später beschlossen. Um das Kapital zu schonen wurde ein Auftrag gemacht und mehrheitlich als Zweckmässig befunden. Nach diesem Wortlaut soll man an den Kirchenrat ein Schreiben machen und nachsuchen wo der frühere Schützenfond hingekommen sei und dazu noch ersuchen, dass wir nötiges Holz zu einem Schützenhaus aus dem Kirchenwald erhalten möchte. Der Beschluss sagt zudem, dass jedes Mitglied welches an den Gesellschaftstagen unentschuldigt wegbleibt 3 Batzen zu bezahlen hätte. 1850 wurde dem Schützenmeister ein Schützenfähnchen bewilligt darf aber nicht mehr als 24 Franken Kosten. Gönner von der Statt Luzern. Ein Hauptmann Willimann, ein Anton Portmann, Möhrenwirt und der Rabenwirt Felix Rölli schenkten der Gesellschaft einen grösseren Betrag zur Anschaffung des Fähnchens und wurden dafür mit der Ehrenmitgliedschaft geehrt.

Gemäss Protokoll von 1850 wurde weiterhin beschlossen, ein Schiessen mit Ehrengaben und Prämien im Gesamtwert von 670 Franken durchzuführen. Der Damalige Sonnenwirt, ein Herr Mattmann, setzte in einem Gesellschaftsstich 8 Schafe für 180 Franken aus. Er Zahlte überdies ¼ an die Druckkosten des Planes und, im Falle er keinen Rückschlag erleide, noch die hälfte der Kosten eines Zeigers und eines Warners.  1860 beschlossen, für auswärtige Schiessen einen Wagen auszurüsten. Der gleiche Wirt gelobt, alles nötige Holz zu liefern und selber zu malen, dagegen habe die Gesellschaft den Macherlohn und allfällige Schmiedearbeiten selber zu bezahlen.

1861 wird die Schützengesellschaft in Feldschützengesellschaft umbenannt. Im Schweizerischen Schützenverband (SSV) herrschte damals ein Machtkampf um Feld- und Standstutzern. Allmählich wurden die vorteilhafteren Feldstutzer vorgezogen. Bei diesen Auseinandersetzungen spielten auch zivile politische Interessen mit. Die Unruhen der damaligen Zeit zogen auch die Feldschützengesellschaft in Mitleidenschaft, indem die Verantwortlichen von 1864-1875 in Ausstand traten. Nach einem Leitspruch hiess es »Getrennt marschieren und vereint schlagen».

Nach der Grenzbesetztung im deutsch-französischen Krieg 1870/71 hat man eingesehen, dass eine Zentralisierung im Militärwesen nicht zu umgehen war. Diese Erkenntnis hatte 1874 die Militärorganisation zur Folge, und brachte dem Volk die eigentliche Schweizer Armee.

Endlich kehrte etwas Ruhe ei, man suchte neue Kontakte mit Nachbarsektionen und förderte in Freundschaftsschiessen eine Wettkampfmässige Weiterentwicklung. Bereits 1878 standen 6 Schiesstage auf dem Programm, unter anderem ein Wettschiessen mit dem löblichen Wehrverein Perlen. An der GV von 1882 eröffnete der Präsident, dass die « Jungfrauen» in Aussicht genommen haben eine neue Fahne zu schenken. Nach gepflogener Diskussion wurde beschlossen, die Fahnenübergabe verbunden mit einem Nachtessen offiziell zu begehen.

Der Ausdruck «MUSS-SCHÜTZE» dürfte aus dem Jahre 1883 stammen wo es in der Verordnung hiess, jeder Pflichtschütze muss Mitglied sein. Für viele Wehrmänner hat sich diese Einstellung bis zum heutigen Tag kaum geändert, es ist auch nicht anzunehmen, dass 1983 aus Anlass des 100-jährigen Bestehens dieses Ausdruckes eine «Muss-Feier» stattfinden wird.

1884 stellte Burkard Ineichen an der GV den Antrag, den Ausmärschen jeweils die löblichen Frauen und Töchter mitzunehmen, auch die Musik dürfte nicht fehlen. Zitat: zum Dank der geleisteten Dienste im Musikmachen wurden die Gebrüder Josef und Kresenz Koch um die Hälfte des Eintrittsgeldes abgenommen.

Eine rege Schiesstätigkeit und Unternehmungslust um die Jahrhundertwende brachte viele Ausmärsche mit Ross und Wagen. Neben Hitzkirch, Homberg, Kollermühle, Römerswil, Root, Sarmensdorf, wurden insbesondere mit Menzingen enger Bande der Freundschaft geknüpft. Ein 2 Meter langes Bild verewigte die Menzinger Schützen auf Ihrem Heimmarsch vom Inwiler Freundschaftsschiessen mit dem Spruch. Sie ziehen aus, jeder nach seiner Art, das ist der Wettschützen nächtliche Heimfahrt. In einem Protokoll der Inwiler Schützen steht zu lesen, dass bei einem Ausmarsch nach Menzingen beantragt wurde, 2 Tambouren mitzunehmen für den Fall, dass einer verloren gehen sollte.

Gegen die Jahrhundertwende, genauer gesagt 1897 wurde dann das neue Gesellschafts-Banner übergeben und mit Stolz an den Ausfahrten vom Fähnrich Gottfried Ineichen vorausgetragen. Mit dem Wortlaut « nur rechtschaffene und sachverständige Männer dürfen als Zeiger eingestellt werde « sind ab 1899 die Zeiger gegen Unfall versichert.

Mit einem Kostenvoranschlag von Fr. 5000.--, die durch einen Gemeindebeitrag und Anteilscheine von Fr. 20.—bis 50.—finanziert werden sollen, wird 1908 der Bau einer neuen Schiessanlage auf dem Gelände der Liegenschaft Emmendingen beschlossen. Bau-, Überschuss- und Durchleitungsrecht für Kabel werden noch im gleichen Jahr im Grundbuchamt Hochdorf eingetragen und von diesem bestätigt. Dieses Schützenhaus erfüllte schon damals weit mehr als das Zentrum der Förderung des freiwilligen Schiesswesens. Es wurde zum Treffpunkt der Bürger aller Berufsgattungen und aller Politischen Richtungen, die sich in offenen Aussprachen kennen und schätzen lernten. Eine parallele Entwicklung stellten sich in allen Teilen unseres Landes ein.

Ab sofort dem Kantonalen Schützen-Verband beizutreten und am Feldwettschiessen teilzunehmen, war einer der wichtigsten Beschlüsse der GV 1914. Gleichzeitig wurde eine neue Fähnrich-Ausrüstung bestellt, damit dieser auch richtig «zur Geltung» komme. Bundesbeiträge für Obligatorisch-Schützen konnten bereits 1916 geltend gemacht werden. Der Eibeler Schiessbuchführer hatte aber damals die Eingabe verpasst mit dem Fazit, dass der Bundesbeitrag ausblieb und ein Loch in der Kasse entstand. Dies hinderte die Gesellschaft jedoch nicht, 1919 nach dem ersten Weltkrieg einen neuen Schiessstand zu bauen. Die Anlage wurde damals von einem Herr Oberst Otter von Walenstadt abgenommen, der dem notwendigen Winkel der Prellschiene besondere Aufmerksamkeit schenkte.

Die Beschlüsse der GV 1924 brachte eine Erhöhung des Jahresbeitrages auf Fr. 5.—und gleichzeitig eine Statutenrevision. Weitere Begebenheiten dieses Gesellschaftsjahres bleiben in Erinnerung. Nach mündlicher Überlieferung eines Bäckersmeisters Heinrich Hüsler soll damals bei einer Ausfahrt nach Weggis auf der Heimfahrt per Schiff nach Luzern der Kranz verloren gegangen sein. Die Fahne war am Heck mit dem Goldkranz befestigt. Damit mann wusste wo der Kranz ins Wasser fiel, wurde mit dem Messer einen «Hick» ins Geländer geritzt, um bei einer eventuellen Suchaktion den «Unglücksort» besser zu finden.

Die darauffolgenden Jahre wurden geprägt durch intensive Werbung für die Erfüllung des Pflichtprogrammes, die Organisation gesellschaftsinterner Schiessanlässe und durch zahlreiche Beteiligungen an auswärtigen Schützenfesten. Die Revanche befreundeter Gesellschaften blieb dann auch nicht aus und gipfelte in einem guten Besuch des Jubiläumsschiessens verbunden mit Veteranen-Ehrung, das 1932 anlässlich des 100-Jährigen Bestehens der Feldschützengesellschaft Inwil veranstaltet wurde.

Verbunden mit dem unvergesslichen Schützenfest, das während 7 Tagen allabendlich in grosser, vollbesetzter Festhütte endete, konnte die Gesellschaft 1938 in das heute bestehende Schützenhaus einziehen. Für die Vorbereitung dieses Anlasses, der organisatorischen Grossarbeit erforderte, verdienen wohl das Prädikat «einmalig und unvergesslich» unserer Ehemaligen Gemeinde Präsident Josef Frei und Schützen Präsident Kandit Schmid.

Die Herren Gebr. Ineichen haben sich immer sehr grosszügig für die Belange der Feldschützengesellschaft Inwil gezeigt. So wurde an der GV 1939 die Kostenlose Landabtretung für das Areal des Schützenhauses bekannt und mit grossem Applaus verdankt. Es bleibt zu hoffen, dass die neue, junge Generation Ineichen im Sinne und Geiste ihrer Vorfahren mit der Feldschützengesellschaft verbunden bleiben.

Mit der Einweihung einer neuen Fahne und Standarte im Jahr 1946 ist ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte unserer Gesellschaft zu verzeichnen. Ehrenmitglied und Schmiedemeister Peter Vinzenz mit Lehrerin Fräulein Theres Frey standen dem Banner zu Pate, das durch Pfarrer Stadelmann eingesegnet wurde. Gleichzeitig erfolgte die Übergaben an den neuen Fähnrich Otto Thalmann. Alt Fähnrich Alois Bühler wurde danach mit seinen über 50 Jahren alten Fahne aller Pflichten enthoben. Mit einem Fahnenweiheschiessen und zusammen mit der Patensektion Root, fand das Fest einen würdigen Abschluss.

Mit einem Kostenaufwand von Fr. 4125.—erfolgte 1953 die Scheibenüberdachung durch die Firma Moser Schaffhausen und gleichzeitig die Einrichtung der Silenta-Anlage Häusermann. Die für das Feldschiessen provisorisch dem Rontaler-Vernband erfolgte Zuteilung im Jahre 1958 verursachte einige Unruhe, was schon bald die Rückteilung in den Seetaler-Verband zur folge hatte. Grössere Möglichkeiten für den Gewinn eines Services mit den Wappen der Urkantone veranlasste die Eibeler Schützen im gleichen Jahr sich wieder von Hochdorf abzuwenden und fortan in Luzern mitzumachen.

Mit der Abschaffung der Kavallerie im Jahre 1960 blieb für viele Pferde nur ein grosses Gähnen übrig.

Seit der offiziellen Gründung vor 150 Jahren hat die Feldschützengesellschaft Inwil ein namhaftes Breitenwachstum erfahren. Von 30 Mitgliedern anlässlich der Gründung ist die Zahl auf den heutigen Stand von ca. 220 obligatorisch und freie Schützen gestiegen. Mit dieser Entwicklung wuchsen auch Verantwortung und Einsatz bei den versierten Jungschützenleitern und Schützenmeistern. Wie anfänglich während 2 Schiesstagen sorgen sie heute für das Einwandfreie Funktionieren von 4 Obligatorischen Schiesstagen neben der Betreuung von 11-15 Schiessanlässen die die Gesellschaft in ihrem Programm vorsieht.

Neben einer sehr bescheidenen, alljährlich wiederkehrenden Pflicht für Obligatorisch-schützen, bietet das Schiesswesen, je nach Ansicht, recht viel Positivs in sportlicher und Kameradschaftlicher Hinsicht. Nervenstärke, Konzentrationsfähigkeit, seelische Ausgeglichenheit und ein gutes Auge sind Voraussetzungen, die vorab für den Schützen aber auch für praktische jede andere Sportart massgeben und, um zum Erfolg zu kommen. Beim Schützen gehen die Möglichkeiten noch viel weiter, ein «gots no» existiert nicht, bei guter physischer Verfassung ist ihrem dar Weg frei, als Sektions-, Mannschafts- oder Gruppenmitglied bis ins hohe Seniorenalter mit dabei zu sein. Ebenso sehr wie über Heimkehr Gegebenheiten wie über Kameradschaften die in diesen zusammenhängen geschlossen wurden oder noch werden, könnten Bände geschrieben werden.

Durch Sektions-, Mannschafts-, Gruppen-, und Einzelerfolge haben die Schützengesellschaft

 Inwil in Kantonalen und schweizerischen Schützenkreisen Aufmerksamkeit erweckt. Es würde zu weit führen, sie in allen Einzelheiten festzuhalten. Ohne Anspruch auf lückenlose Aufzeichnung von Voll- oder Teilerfolgen sind in der Reihenfolge Frühling/Herbst erwähnenswert.

Amtsverbandschiessen:
Als Start jeder Schiesssaison, das 1982 zum 30. Mal durchgeführt wurde. Der grosse Wanderpreis ging nach der 16. Durchführung in den endgültigen Besitz der Feldschützengesellschaft Inwil über, nachdem dessen Name nicht weniger als 8-mal als Sieger eingetragen war. Auch auf dem neuen Wanderpreis fehlt der Name Inwil nicht. Damit steht fest, dass der begehrte Wanderpreis in min. 10 der 30 Anlässe nach Inwil entführt wurde.

Eidg. Feldschiessen: 
Seit 1914 nehmen die «Eibeler Schützen» Regelmässig am Eidg. Feldschiessen teil. Die B-Scheiben-Spezialisten fühlten sich eh und je im Element. Recht oft steht Inwil als Einzelsieger und figuriert als Sektion im 1. Rang auf dem Platze. Auch auf Kantonaler und Eidgenössischer Ebene ist Inwil in den Ranglisten ganz vorne zu suchen, einmal sogar, kantonal gesehen als Spitzenreiter in der 1. Kategorie. Der Parole «Beteiligung kommt vor dem Rang» wurde nach einer gewissen Euphorie erst später nachgelebt. Als Breitenentwicklung und recht positiv für den Kassier, hat sich mit 70% oder 117 Schützen die Rekordbeteiligung von 1967 ausgewirkt.

Schweizerische Gruppenmeisterschaft: 
Als weitere Wettkampfserie wird jedes Frühjahr die im Jahre 1950 ins Leben gerufene Schw. Gruppenmeisterschaft mit dem Einzelwettschiessen gestartet. Wiederholt haben Gruppen aus unserer Gesellschaft erste Ränge im Kanton belegt, was sie zu weiteren Ausscheidungsschiessen auf Eidg. Ebene berechtigte. Dreimal wurde bisher das Endziel «Olten» erreicht mit den Rängen8. 17 und 23. Die einmal von einer 5-er Gruppe erreichten 460 Punkte sind auch heute noch ein absolutes Spitzenresultat und entsprechen einem Durchschnitt von 92 Punkten, geschossen ohne Diopter. Um die letzte Entscheidung in Olten zu erreichen braucht es neben Können auch viel Glück, diesen Durchbruch wünschen wir unserer guten Sturmgewehrgruppe, nachdem sie an Eidg. Ausscheidungen mit glänzenden Resultaten knapp gescheitert sind.

Eidgenössische und Kantonale Schützenfeste:
Immer grosse Ziele mit seriöser Vorbereitung in Spezial-Trainings. Noch und noch haben sich diese Anstrengungen und entsprechenden Aufwendungen gelohnt und in vordersten Rängen ausgedrückt. Der Besuch am Eidgenössischen von 1934 in Fribourg, wo der ausgezeichnete 6. Rang in der 3. Kategorie erzielt wurde, war der Anfang einer grossen Erfolgsserie unserer Sektion. Innerhalb von 10 Jahren schaffte unsere Gesellschaft als kleine Landsektion den Aufstieg von der 3. In die 1. Kategorie. Dieser Weg führte über den 16. Rang in der 2. Kategorie 1939 in Luzern zu einem absoluten Höhepunkt am Churer anno 1949, wo wir beriets in der 1. Kategorie kämpfend mit dem 2. Rang klangvolle Sektionsnamen wie Biel, Zürich, Thun und Luzern hinter uns liessen. Zudem gab es für einige Einzelschützen namhafte Teilerfolge am gut dotierten Gabentisch.

10. Kantonale Schützenfeste gingen mit Beteiligung unserer Sektion über die Bühne. Der grösste Erfolg in der Geschichte unserer Gesellschaft dürfte wohl 1956 der Sieg in der 1. Kategorie in Schüpfheim mit einem Durchschnitt von 53,45 Punkten gewesen sein. Dieser Sieg wurde ganz besonders und mit grosser Genugtuung der Schützenfreunde gefeiert, nachdem das eben erwähnte Glanzresultat ausgerechnet nach einer internen Kriese erreicht wurde. Ausserkantonale Schützenfestsiege oder namhafte Teilerfolge seien hier nur nebenbei in Globo erwähnt.

Traditions- und Gedenkschiessen
Diese Schiessen waren eh und je geliebte Anlässe unserer Sektion. Als besonders fröhliche Begebenheit bleibt die Teilnahme am, oder vielmehr die Heimkehr vom 100 Jahre Bundesverfassungsschiessen in Menziken in Erinnerung. Nach diesem Schiessanlass, den unsere Sektion am 1. August mit dem 1. Rang quittierte, hat am frühen Nachmittag auf der Heimkehr, in einer hier nicht näher bezeichneten Gemeinde, unser Fredy Muri als 1. Einen für den Abend hergerichteten Holzhaufen entzündet. Nachträgliche Analysen haben ergeben, dies aus Versehen und nicht zu Ehren der Bundesverfassung geschehen ist.

Während Jahren bedeutete das Rigischiessen ein gesellschaftlicher und kameradschaftlicher Höhepunkt für unsere Schützen, aber eben, nur solange der Wettergott es gut mit uns meinte. Neben 2 Gesamtsiegen bildeten 3 einzelne Rigibecher-Gewinne die Belohnung für einen tollen Einsatz. Der Rigi-Lorbeer-kranz entfachte eh und je einen gewissen Stolz im Herzen des Eroberers.

Schötz bleibt in unvergesslicher Erinnerung für die Mannschaftsteilnehmer am Maurizius-Schiessen in den Jahren 1946-1949. Allen Anstrengungen der Schötzer unseren Schützen mit namhaften Gegnern den Sieg streitig zu machen, waren erfolglos. Vier Mal in Serie, die Gewehre gefettet mit Rizinus, kehrten sie nach Hause mit dem Maurizius, einer schönen Statue die in unser Eigentum überging und die Schötzer Schützen veranlasste, diesen Anlass aufzugeben.

Zu den beliebtesten Schiessen auf B-Scheibe gehört auch die Zentralschweizerische Feldmeisterschaft, an der wir mit unseren Nachbarn schon oft vorderste Ränge belegt haben. Neben wohl mehr als 20 der wertvollen «Langenthaler Services» schmücken Wappenscheiben und Spezialkränze die Wohnungen unserer Schützen.

Ein Hauch von Freiheit, gepaart mit Verpflichtungen und Verbundenheit unserer Heimat gegenüber, bietet wohl einer der schönsten und erlebnisreichsten Anlässe, das Rütli schiessen. Daran Teilnehmen zu können, ist für jeden Schützen ein Erlebnis und Höhepunkt. 3-mal knieten unsere Schützen schon in der Feuerlinie und versuchten ihr bestes zu geben. Durch das Radio duften die zu Hause gebliebenen einmal sogar von einem 3. Rang Kenntnis nehmen.

Wer am Rütli schiessen knieen muss, kann am Bauernkriegsgedenkschiessen in Heiligkreuz stehen bleiben. Als vor 10 Jahren die Mannschaft von Inwil erstmals daran teilnahm stand anderntags in der Luzerner Zeitung «Inwil kam, sah und siegte». Dieser Erfolg auf anhieb hat die teilnehmenden Schützen regelrecht überrascht. Nach einer kurzen Schiesszeit am Vormittag (Schnellfeuer stehend) bietet dieser Anlass, verbunden mit dem Spatz von besonderer Güte, ausreichend Zeit für den Genuss von Entlebucher Kaffee und die Pflege der Kameradschaft. Die Wiederholung des ersten Sieges aus heiterem Himmel bleibt weiterhin Ziel unserer Anstrengungen.

Freundschaftsschiessen: 
Seit der Fahnenweihe 1946 unterhalten wir mit den Rooter Schützenkameraden alljährliche Freundschaft schiessen, das beidseits als willkommene Vorbereitung für die Feldmeisterschaft genutzt wird. Die wechselweise sich einstellende Sektions- und Einzelsiege mögen dazu beitragen, unser gutes Einvernehmen mit den Rooter Schiessgesellen beizubehalten.

Kilbischiessen:
Mit Abwechslungsreichen und lukrativen Schiessprogramm organisiert der Vorstand gegen Ende jeder Schiesssaison das traditionelle Kilbischiessen. Der stets gut dotierte Plan ist ebenso sehr auf den Zufalls- wie auch den Profi-Schützen ausgerichtet, es fehlt denn auch nie an einer guten Beteiligung. Der oft recht ausgedehnte Zusammen hock in der Schützenstube anlässlich dieses Schiessens gehört einfach dazu und bietet Gelegenheit für Resultat Besprechungen aus der zu Ende gehenden Saison.

Winterschiessen: 
Oft bei Kälte und weisser Schneedecke wurde so manche Jahresmeisterschaft beim letzten Schuss entschieden. Für Hochstimmung und Kameradschaftlicher Zusammenhock bietet sich letztmals die Gelegenheit, nachdem, um es nicht zu vergesse, die Waffe bereits eingefettet wurde.

In den Schützengottesdiensten gedenken wir alljährlich der Kameraden, die und in den 150 Jahren in den ewigen Frieden vorausgegangen sind und das Banner unserer Gesellschaft in guten und schlechten Zeiten hochgehalten haben.

Mit einem guten durchschnitt von ca. 7 Jahren standen von 1832 bis zu heutigen Tag 21 Präsidenten an der Spitze unserer Gesellschaft. Die damaligen Gründungsmitglieder waren weitgehend identisch mit Mitgliedern der Gemeindebehörde. Durch diese Männer dürften auf dem langen Weg zum heutigen Jubiläum manche Unebenheit ausgebügelt worden sein. Besonders zwei Namen, die beinahe ein Jahrhundert als Träger und Förderer wie ein starkes Band die Geschichte unserer Gesellschaft bestimmten, sollen eingangs der Präsidentenliste erwähnt werden. Es handelt sich um die Präsidenten Mattmann und die Aktuare (alle im Lehrerberuf tätig) Leonz, Kaspar und Adolf Meierhans. Soweit aus Aufzeichnungen ersichtlich oder über ihre Tätigkeit in Protokollen festgehalten, haben seit der Gründung folgende Präsidenten unserer Gesellschaft vorgestanden:

-1832/37         Name unbekannt

-1838/48         Josef Mattmann, Gemeindeammann

-1849/50         Ulrich Rütter (als Präsident und Exerziermeister)

-                      Candit Mattmann

-                      Josef Scherrer, Hobenbühl, Gemeindepräsident

-1856/57         Josef Köpfli, Sprung

-1858/59         Balz Estermann

-1860/84         Burkard Mattmann (mit Ausstand von 1864/75 infolge des Sonderbunds-Krieges)

-                      Weingartner?

-1892/1911     Candit Mattmann (Erstellung einer neuen Schiessanlage mit Grundbuch Eintrag)

-1911/14         Candit Meierhans

-1915/16         Rast Edwin, Gemeindeschreiber

-1917/23         Candit Mattmann (Sohn des Präsidenten von 1892/1911)

-1924/26         Schacher Anton

-1927/30         Knüsel Jakob

-1931/36         Bucher Alois- als Währschaften Bauer, leitete die Geschicke unserer Gesellschaft während 6 Jahren. Unter seiner Führung wurde unsere Sektion auf Vordermann getrimmt, was zum grossen Erfolg am Eidgenössischen in Fribourg führte. Heute 81 Jahre alt, war er persönlich auch als Pistolenschütze bekannt.

-1937/42         Schmid Kandit- Küfermeister und alt Ehrenpräsident leistete Grossarbeit mit seinem attraktiven Vorstand. Ein neues Schützenhaus und das zur Einweihung veranstaltete Eröffnungsschiessen mit 7 Tagen Festlichkeiten sind Zeugnis seiner energischen, Zielbewussten Arbeit.

-1943/50         Portmann Robert- als 17 Präsident und persönlicher Vollblut Schütze führte unsere Sektion in die 1. Kategorie. Die Fahnenweihe von 1947 erinnert an sein grosses wirken für die Gesellschaft.

-1951/55         Schäli Peter- steuerte in Grossrätlicher Manier die Geschicke der Eibeler während 6 Jahren. Ihm sind viele Erfolge unsere Sektion, Mannschaft und Gruppen zu verdanken.

-1956/75         Muri Edmund- wirkte für das Wohl und Gedeih der Feldschützengesellschaft Inwil in überzeugender Art während einer Generation im Vorstand, wovon 20 Jahre als Präsident. Unter Mitwirkung aller Aktiven lag im die gute Jungschützenausbildung und Arbeit am Gewehr ganz besonders am Herzen. Eine nahtlose Erneuerung unseres Grundstockes kann heute als Resultat und Lob für sein Wirken gewertet werden. In seiner Amtsperiode fallen neben Scheibenstand-Umbau und die Montage neuer Storen am Schützenhaus viele Sektions und Gruppenerfolge, die durchseine Bestrebungen neben Kameradschaftspflege immer wieder zu Kitt und Verständnis führten. Die Ernennung zum Ehrenpräsidenten waren verdienter Lohn für seien selbstlosen Einsatz.

-1976/80         Furrer Klemens- hat es Verstanden, alte Traditionen mit neuer Ideen zu mischen. Mit frischem Wind wurde unter seiner Führung sozusagen einen Generationenwechsel vollzogen. Waren es vorher die Karabiner-Schützen die den Ton angaben, sind es heute die Sturmgewehrschützen, die Bild und Erfolg unserer Wettkampfsektion prägen werden. Ein standausbau, verbunden mit der Errichtung einer neuen Schützenstube, einer Aussenrenovation am Schützenhaus und einem erfolgreichen Eröffnungsschiessen sind Zeuge seines Weitblickenden Wirkens.

-1981- heute               Koch Peter- hat nach kurzer Zeit bewiesen, dass die Gesellschaft wiederum den richtigen Mann an der Spitze gewählt hat. Als Schaffer in seinem Beruf als Landwirt ist seine begrenzte Freizeit neben anderen Hobbys in erster Linie unserer Schützengesellschaft gewidmet. Das in seiner Amtsdauer fallende Jubiläum «150 Jahre Feldschützengesellschaft Inwil» möge ihm neben anderen Zahlreichen Verpflichtungen vielpositive Aspekte und gemütliche Stunden in Erinnerung bleiben.

Nicht nur Präsidenten haben grosse Verdienste um unsere Gesellschaft erworben.

Zu Ihnen gehören:

  • Gyr Stefan,     Ehrenmitglied, der als Nicht-Schütze während 15 Jahren das Amt eines Aktuars ausgeübt und nebenbei während Jahren das Schützenchörli dirigiert hat.
  • Emmenegger Theo, Ehrenmitglied, als langjähriger Schützenmeister und gutes Beispiel für Pflichtbewusstsein und Kameradschaft.
  • Geisshüsler Oskar, Ehrenmitglied, als Jungschützenleiter, Schützenmeister, Baufachmann, und Allrounder für alle Belange der Feldschützengesellschaft Inwil.
  • Thalmann Otto, Ehrenmitglied, während vielen Jahren als Fähnrich mit viel Repräsentationspflicht in Freud und Leid
  • Koch Gottfried, Ehrenmitglied, mit seinen 82 Jahren heute noch dabei, seit über 50 Jahren aktiv als Sektionsschütze im Interesse der Gesellschaft.
  • Schmid Oskar, Ehrenmitglied, als Helfer und Könner als sicherer Wert über Jahrzehnte im Kassawesen und Abrechnungsbüro.
  • Niederberger Anton,  als unentbehrlicher, seit langen Jahren zuverlässiger Zeiger-Chef, der sich sozusagen einen Posten auf Lebzeiten geschaffen hat.

Nachwort:
Am Schluss dieser Aufzeichnungen gilt der Dank an die Bevölkerung von Inwil, an die gemeindlichen Behörden und die kantonalen Amtsstellen, die den heutigen Stand und das Ansehen der Gesellschaft ermöglichen. Mit dem Hinweis, dass Höhen und Tiefen auch in Zukunft sicher nicht erspart bleiben, möge den Feldschützen von Inwil eine erfolgreiche Zukunft beschieden sein.

1982
150 Jahre Feldschützengesellschaft Inwil
Edmund Muri, Ehrenpräsident